• 1
  • 2

Methoden und Ziele

Die kleine Gruppe

Eine der Grundlagen von Pfadfinden weltweit ist die kleine Gruppe.

Während unsere Gruppen in der Kinderstufe (7 – 10 Jahre) noch recht groß sind – bis zu 20 Kinder und zwei Gruppenleitungen – wird mit dem Wechsel in die Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe auch die Gruppengröße verändert. Nun betreuen zwei (häufig junge) Gruppenleitungen 5 – 12 gleichaltrige Kinder oder Jugendliche.

Viele Gruppen im VCP sind koedukativ (gemischtgeschlechtlich) und werden von einer Gruppenleiterin und einem Gruppenleiter betreut; abhängig von der Altersstufe, aber auch der Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich vor Ort für das Pfadfinden und unseren Verband interessieren, gibt es auch reine Mädchen- und reine Jungengruppen.

 

Der Rückhalt der eigenen Gruppe

In ihrer Gruppe erfahren die Kinder und Jugendlichen Sicherheit, Rückhalt und Geborgenheit; das Gruppenleben erfordert aber auch Toleranz und Rücksichtnahme. Die Mitglieder erkennen schnell, dass das Gelingen von gemeinsamen Aktionen von jeder und jedem Einzelnen abhängt. Wenn Ideen diskutiert und eine Entscheidung getroffen werden muss, lernen die Heranwachsenden, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten, aber auch andere Meinungen zu akzeptieren. Darüber hinaus spornt die Gruppe zu Mut und Kreativität an und unterstützt jedes Mitglied dabei, sich zu einer eigenständigen, verantwortungsbewussten Persönlichkeit zu entwickeln, die ihre Fähigkeiten und Talente kennt und einbringt.

So lernen Pfadfinderinnen und Pfadfinder im VCP schon früh soziales Verhalten, Selbstbewusstsein, Toleranz und damit Demokratiefähigkeit.

 

Unser Gruppenleben

Eine Gruppe, die von Pfadis häufig auch „Sippe“ genannt wird, trifft sich wöchentlich, um zusammen zu spielen, zu basteln, Aktionen zu planen und durchzuführen. Mit Eintritt in die Pfadfinderinnen- und Pfadfinderstufe lernen die Kinder und Jugendlichen nach und nach Zeltbau- und Lagertechniken. Neben den regulären Gruppenstunden brechen die Heranwachsenden auch zu größeren gemeinsamen Unternehmungen auf, die ihrer Altersstufe entsprechen: zum Beispiel zu einer eigenen Fahrt über das Wochenende oder zur Teilnahme an einem größeren Zeltlager.

Die Gruppenleitung betreut die Gruppe – tritt mit der Zeit jedoch immer mehr in den Hintergrund. In der Ranger- und Roverstufe (16 – 20 Jahre) wählen die Jugendlichen schließlich eine Sprecherin oder einen Sprecher aus ihrer eigenen Runde und werden von einer Mentorin oder einem Mentoren ihres Stammes nur noch begleitet.

 

Eigene Wege finden

Neben dem Leben in der kleinen Gruppe ist das Prinzip „Look at the girl/boy!“ eine weitere wichtige Grundlage unserer Arbeit. Bei unseren Angeboten und Aktivitäten orientieren wir uns an den Bedürfnissen und Wünschen der Kinder und Jugendlichen in ihrer heutigen Lebenswelt und fördern im Rahmen der Gruppenarbeit die Talente und Fähigkeiten jedes Einzelnen. Die eigene Gruppe bietet dem Heranwachsenden den erforderlichen Schutzraum, um Neues zu wagen und auszuprobieren, durch Fehler dazuzulernen, Begabungen zu entdecken und weiterzuentwickeln.

Pfadfinderin und Pfadfinder zu sein, das bedeutet für uns:

  • in einer Gemeinschaft zu leben und gleichzeitig als Individuum akzeptiert zu werden
  • die eigene Rolle zu erkennen, aber auch zu verändern
  • eigene Standpunkte zu entwickeln, aber auch andere Meinungen zu akzeptieren
  • anderes zu respektieren und vielleicht auch als Bereicherung anzuerkennen
  • gemeinsam zu handeln – von der Idee bis zur Umsetzung

 

Mehr als Abenteuer!

Pfadfinderinnen und Pfadfinder wollen wie alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene auch Spaß haben, Abenteuer erleben, viel sehen und erfahren – vor Ort und in der ganzen Welt. Wir wollen abseits der ausgetretenen Pfade gehen und Neuland entdecken – aber im Einklang mit unseren Gastgebern und im verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur.

 

Werte vermitteln

In unserem Verband ist Glaube erlebbar und wird von den Mitgliedern ganz selbstverständlich gelebt. Evangelisches Pfadfinden bedeutet für uns, in unseren Gruppenstunden Werte wie Einfühlungsvermögen, Gerechtigkeit, Rücksichtnahme, Solidarität und Toleranz zu vermitteln. Viele unserer Gruppen engagieren sich – teils weit über ihre eigenen Aktivitäten hinaus – tatkräftig in ihren Kirchengemeinden und Wohnorten. Gemeinschaft bedeutet für uns, uns unseren Nächsten zuzuwenden, uns für benachteiligte Menschen einzusetzen und sie zu uns einzuladen. VCPerinnen und VCPer übernehmen Verantwortung nicht nur in ihrer Gruppe, sondern auch in der Gesellschaft, in der sie leben.

„Ein Pfadfinder hinterlässt nur zwei Dinge an einem Lagerplatz: Nichts und den Dank an den Besitzer.“ (Robert Baden-Powell)

Die Achtung und Bewahrung der Schöpfung, der Schutz von Natur und Umwelt sind Grundlagen und Ziele unseres Verbands. Dazu zählt nicht nur, dass ein Platz nach dem Zeltlager sauber hinterlassen oder eine Müllsammelaktion initiiert wird. Spätestens seit dem VCP-Bundeslager 2010 hat das Thema Nachhaltigkeit einen festen Platz in der Arbeit der Gruppen und Gremien des Verbandes. Nachhaltig Handeln und Leben bedeutet für uns zum Beispiel, bewusst mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen und uns darüber zu informieren, woher unsere Lebensmittel kommen und wie die Menschen leben, die sie produzieren.

„Wenn wir mit unseren Nachbarn in fremden Ländern und Übersee Freundschaft schließen und wenn sie unsere Freundschaft erwidern, so werden wir nicht das Verlangen haben, gegen sie zu kämpfen. Das ist bei Weitem die beste Methode, um künftige Kriege zu verhindern und einen dauerhaften Frieden zu sichern.“ (Robert Baden-Powell)

Internationalität ist die Basis von Pfadfinden. Als größte nicht-staatliche Jugendbewegung der Welt setzen wir uns gewaltfrei für die Völkerverständigung und den Frieden ein. In unserem Verband vermitteln wir Kindern und Jugendlichen Offenheit gegenüber allen Menschen und fördern die Neugier, andere Länder und Kulturen zu entdecken und kennenzulernen: sei es durch die Vermittlung von ausländischen Partnergruppen, die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen und Zeltlagern oder die Verteilung des Friedenslichts.